Zwergwidder vom Deister

Hinweise zu Stallungen und Gehegen

Vorschläge für die Außenhaltung

1. Stall

Nach jahrelangen Erfahrungen möchten wir hier Stallungen und Gehege zeigen und  auf Vor- und Nachteile hinweisen.

Ob die Haltung und das Hobby Kaninchen draußen wirklich so die richtige Entscheidung war, zeigt sich bei Erwachsenen und Kindern meist im ersten Winter :
Bei Sturm, Regen, Kälte und Dunkelheit  draußen Kaninchen zu versorgen und sich dann auch noch "gemütlich" Zeit für sie zu nehmen, sind für sich gesehen schon echte Herausforderungen. Beim regelmäßigen Ausmisten ist bei "unglücklich" gestalteten Stallungen dann aber schnell "Schluss mit lustig". Zu flache Kotschalen (weniger als 10cm Einfüllhöhe)

lassen sich mit der Einstreu nun doch nicht mehr herausziehen, zudem quillt das oft von Herstellern verwendete Weichholz nicht nur auf, sondern wird von den Kaninchen auch gern als (etwas kostspieliges) Nagematerial zweckentfremdet.

Winzige Gehege, die unter oder neben dem Stall hübsch aussehen, sind zum Toben nicht nur viel zu klein, die Reinigung ist für Menschen über 100 cm Körpergröße eine zirkusverdächtige Verrenkungsübung.
Oft ist deshalb schlicht und praktisch besser und haltbarer als ein auf den ersten Blick architektonischer Prunkbau.


Für 2 Kaninchen mit täglich vielen Stunden Auslauf ist solch ein Stall von B 140cm x T 60 cm gut geeignet.
Die Wannen lassen sich einfach herausziehen und auskippen. Kurze Desinfektion mit Zitronensäure, ausspülen mit Wasser, einstreuen mit Späne, Stroh etc. fertig.
Dauer: 5 - 10 Minuten




Der Durchschlupf in der Mitte ist mit Metall versehen (Nageschutz) und kann (z.B. bei Erkrankung eines Kaninchen) eben mal schnell zum Abtrennen verschlossen werden


 mit 6mm Einziehmuttern 



Das Gitter muss unbedingt mardersicher sein, Draht mind. 1,3 mm stark.
Dieser Stall ist seit 8 Jahren im Dauereinsatz, die Kotwannen extrem haltbar, trotz wöchentlicher Desinfektion. In 15 Jahren mussten wir erst den Verlust einer Kotwanne verkraften:
leider bin ich rückwärts mit dem Auto drübergefahren  

2. Gehege

Ein Gehege für Kanichen kann niemals zu groß sein! In der Natur bewegen sich Kaninchen  in einem Umkreis von bis zu 2 Kilometern von ihrem Bau. Also schauen, was der eigene Garten so hergibt.
Bewährt haben sich bei uns Abtrennungen aus Estrichgitter  aus dem Baumarkt (eigentlich werden diese Gitter beim Hausbau im Beton versenkt).



Dieses mobile 6eckige Gehege für Rasenmäher mit Hängeohren wurde aus  3
Estrichmatten (Baumarkt) gefertigt.


Oben und unten wird das Gitter nach innen zum Gehege hin abgeknickt. So spart man sich das Verlegen von Gitter im Boden des Geheges, zudem sind diese Gitter höher als die meist zu niedrigen angebotenen "Steck-Ausläufe", die von unseren Kaninchen eher als Aufforderung zum Drüberspringen angesehen werden . . . 



Dieses Modell wurde aus einer stabilen Drahtrolle (am Ende mit Kabelbinder verbunden) hergestellt. (Für Jungtiere ziehen wir zum Schutz vor Greifvögeln ein Obstbaumnetz drüber).
Da wir seit Beginn unserer Hobbyzucht keinen Rasen mehr mähen müssen, ist dieses mobile Gehege perfekt zum Abgrasen auch gerundeter Flächen geeignet.

Zum richtigen Austoben brauchen Kaninchen jedoch möglichst ein Gehege mit langen Strecken, um auch bei Höchstgeschwindigkeit Haken schlagen zu können!

3.Unsere Haltungsbedingungen

 



Unser Zuchtziel sind ausgeglichene und menschenbezogene Kaninchen, die bei genügend Auslaufmöglichkeit sowohl im Garten, als auch in einer Wohnung gehalten werden können. Sie sind an viele Gartengeräusche (Rasenmäher, Kettensäge usw.) gewöhnt und daher ausgesprochen unerschrocken. 


Die Kleinen dürfen bis zur Entwöhnung bei ihren Müttern bleiben ( je nach Tier zwischen 6. und 8. Lebenswoche ), so dass alle Abgabetiere gut sozialisiert sind. Sobald unsere Jungtiere selbst fressen, dürfen sie natürlich auch alles Frischfutter testen, so dass es keine Einschränkungen der Fütterung beim Umzug in ein neues Zuhause  gibt.

Wenn es nicht gerade in Strömen regnet, toben oder faulenzen alle unsere Zwergwidder nach Herzenslust  den ganzen Tag in unseren acht Freilaufgehegen.  




 Eigentlich haben wir die perfekte Umzäunung gefunden...



...aber wie man hier sehen kann: Das ist Ansichtssache



Schon unter Jungtieren gibt es gelegentlich Ausbrecherkönige - da ist die Kreativität der zukünftigen Besitzer gefragt   ...


. . . da Kaninchen jedoch extrem standorttreu sind und abends wieder in ihrem "Bau" sein möchten, sind selbst Kaninchen, die sich tagsüber bis auf das Feld außerhalb des Grundstücks gewagt haben, in all den Jahren pünktlich zur Fütterungszeit abends wieder zu Hause gewesen. (Wir haben aber auch keine stark befahrene Straße oder einen Hunde-Gassi-Weg direkt anbei!)

Mittlerweile haben wir einen dritten Stallblock der Möbeltischlerei Piehler stehen, da wir begeistert sowohl von Verarbeitung und Materialqualität, als auch der Variabilität der Aufteilungsmöglichkeiten sind.

 

Zwei große Außengehege sind mit  einem Doppelstall ausgerüstet. Auch hier wird morgens der Stall geöffnet und dann gehts raus: den ganzen Tag laufen, Haken schlagen und unermüdlich Gänge graben.
Nur abends müssen alle wieder zurück in den Stall, da wir mit einem Marder auf dem Gelände leben.


Der Kindergarten: Erkundung mit Mama



Nach einem sprungreichen Tag ist es endlich Zeit für eine Pause. Statt sich auf mehrere offene Ställe zu verteilen liegen alle lieber aneinandergekuschelt.
Eng ist gemütlich.


In einem Stallbereich mit Außengehegen leben  unsere "Männer", die einzeln, jedoch mit Kuschelmöglichkeit und Sozialpflege der Häsinnen durch den Zaun (geht leider nicht anders)  ihre Haken schlagen dürfen. Hierfür ist  eine Spezialeinzäunung für sportive Zwergwidderrammler nötig (ca. 1,40m Höhe!!!!!)